Maybach-Seminar Juli 2017

Das Maybach-Seminar ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe an der DHBW Ravensburg Campus Friedrichshafen bei der jeweils in einem oder mehreren Vorträgen aktuelle Themen aus den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften präsentiert und diskutiert werden. Zur Zielgruppe des Seminars gehören Mitarbeiter der regionalen Industrie, Angehörige der DHBW und anderer Hochschulen sowie auch Studierende in höheren Semestern. Die Veranstaltungsreihe wird aus Mitteln der Zeppelinstiftung im Rahmen des „Innovationszentrums Fallenbrunnen“ gefördert und findet an jedem 2. Dienstag im Monat, außer im Sommerquartal (Juli-September), im Campus Fallenbrunnen statt.

 

04. Juli 2017, 18:00 Uhr

Gravitationswellen und die Raumflug-Mission "LISA Technology Package"

Science Module der Raumsonde „LISA Pathfinder“ mit dem „LISA Technology Package“ im Zentrum der Sonde und der darum herum angeordneten Steuerungselektronik.

Gravitationswellen sind ein Phänomen, das mittels der Gravitationstheorie Albert Einsteins, der Allgemeinen Relativitätstheorie, von ihm schon 1916 vorhergesagt wurde. Einstein stufte jedoch die Effekte der Gravitations­wellen wegen ihrer äußerst geringen Größe als unmessbar ein, womit er zunächst Recht behielt.

Im Februar 2016 gab jedoch die Forschergruppe am erdgebundenen Gravitationswellen-Observatorium LIGO die erste direkte Vermessung von Gravitationswellen bekannt. Im Juni 2016 folgte eine Gruppe Wissenschaftler mit der Veröffentlichung, dass mit einem in einem Orbit um die Sonne stationierten Erprobungsmodell eines weltraumgestützten Observatoriums, dem „LISA Technology Package“, unerwartet gute Ergebnisse erzielt wurden. Die wissenschaftlichen Messdaten bewiesen nicht nur die Möglichkeit des Baus eines Gravitationswellen-Observatoriums im Weltraum. Sie zeigten darüber hinaus auch, dass die nötige Messgenauigkeit eines solchen Observatoriums bereits mit dem Erprobungs-Instrument teilweise deutlich übertroffen werden konnte. Weltraumbasierte Observatorien ergänzen Anlagen auf der Erde und sind diesen bezüglich Messgenauigkeit und Spektralbereichs der Gravitationswellen überlegen. Die damit mögliche Vermessung der Gravitationswellen wird ein völlig neues Fenster zur Beobachtung des Universums öffnen, und das Universum kann dann sogar zurück bis zu dessen Entstehung beobachtet werden. Der Start des LISA-Observatoriums ist zwischen 2028 und 2034 geplant, und mit den Arbeiten dazu wird noch 2016 begonnen werden.

Das „LISA Technology Package“ wurde von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen als Hauptauftragnehmer entwickelt, gebaut und getestet. Dr. Rüdiger Gerndt, der dieses multi-nationale Projekt als technischer Leiter und als Projektleiter seit Jahren betreut, erläutert in seiner Präsentation anschaulich Natur und Bedeutung der Gravitationswellen und die extremen technischen Voraussetzungen, deren Realisierung heute die direkte Vermessung von Gravitationswellen möglich macht.

 
Referent: Dr. Rüdiger Gerndt (Airbus DS GmbH)

Er studierte Physik, Mathematik und Chemie. Seine Promotion erlangte er nach diversen Studienaufenthalten an der Universität Wuppertal. Seit fast 30 Jahren arbeitet er bei Airbus Defence and Space (früher Dornier, EADS) und ist dort im Bereich Science Programs tätig (System Engineering Management und Projektmanagement wissenschaftlicher Weltraum-Experimente). Derzeit ist er System Engineering Manager und Projektleiter des „LISA Technology Packages“.   

Ort: DHBW Ravensburg, Campus Friedrichshafen, Fallenbrunnen 2, 88045 Friedrichshafen

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.

Um eine formlose Anmeldung, bis zum 02.07.17 per Mail, an Katrin Willamowski Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, wird gebeten.